Spaziergang nach Syrakus im filmforum Duisburg: Kino über Fernweh und Freiheit


Datum und Uhrzeit
Künstler
Veranstaltungsort
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Spaziergang nach Syrakus: Fernweh, Freiheit und ein ungewöhnlicher Weg zurück
Ein Mann träumt von Italien und riskiert dafür alles – doch seine Geschichte endet nicht mit der Flucht. Am Sonntag, 4. Oktober 2026, zeigt das filmforum Duisburg Lars Jessens feinfühlige Tragikomödie Spaziergang nach Syrakus. Charly Hübner verkörpert Paul Gompitz, einen DDR-Bürger, der sich nach Sizilien sehnt und als Einziger aus seinem Umfeld zurückkehrt.
Eine Flucht, die mit Geduld beginnt
Paul Gompitz lebt in einer Welt, in der selbst ein Italienwunsch politisch verdächtig wirkt. Inspiriert von Johann Gottfried Seumes berühmtem Reisebericht und Friedrich Christian Delius’ Erzählung plant er über Jahre hinweg seine Reise. Der Film erzählt nicht als klassischer Fluchtthriller, sondern als charakterzentrierte Tragikomödie von Beharrlichkeit, Fernweh und dem Wunsch nach Selbstbestimmung.
Charly Hübner zwischen Lakonie und Sehnsucht
Die Schauspielkunst von Charly Hübner gibt der Hauptfigur eine eigensinnige, melancholische und zugleich humorvolle Präsenz. An seiner Seite spielt Lina Beckmann Pauls Ehefrau Anne. Zwischen beiden entsteht eine leise, glaubwürdige Beziehung, deren Zärtlichkeit die politischen Spannungen umso deutlicher hervortreten lässt.
Reisebilder zwischen Ostsee und Sizilien
Die Inszenierung verbindet dokumentarische Beobachtung, Reisebericht und fiktionales Kino. Auf die engen Räume der DDR folgen maritime Weite, italienisches Licht und Bilder einer ersehnten Freiheit. Karten, Landschaften und visuelle Einfälle erweitern das Bühnen- und Filmerlebnis um eine poetische Ebene. Die Akustik, Musik und warme Lichtstimmung verleihen der Reise eine beinahe sommerliche Leichtigkeit.
Dramaturgie der langen Vorbereitung
Die Dramaturgie richtet den Blick auf die Jahre vor dem Aufbruch. Das macht den Film zu einer Studie über Planung, Risiko und innere Unruhe. Statt atemloser Spannung entsteht ein langsamer Sog: Jede vorbereitete Einzelheit erzählt von einem Menschen, der sich seine Freiheit Schritt für Schritt erarbeitet.
Historischer Hintergrund und literarische Spur
Die Geschichte knüpft an die reale Flucht des DDR-Bürgers Klaus Müller an. Friedrich Christian Delius verarbeitete diesen Stoff bereits 1995 literarisch. Zugleich führt die Erzählung zurück zu Johann Gottfried Seumes Reisebericht aus dem Jahr 1802, einem eigenwilligen Klassiker der deutschen Reiseliteratur. So verbindet der Film Zeitgeschichte, Literatur und persönliche Selbstbehauptung.
Ein Bühnenerlebnis im Kinosaal
Auch wenn Spaziergang nach Syrakus keine Theateraufführung im engeren Sinn ist, entwickelt sich im Kinosaal eine intensive Theateratmosphäre. Gesichter, Blicke und Pausen tragen die Handlung. Die Publikumsreaktion entsteht aus dem Wechsel von leisem Humor, historischer Beklemmung und der befreienden Kraft einer Reise, die niemals nur eine Reise bleibt.
Fazit: Eine Geschichte über das Weggehen und Bleiben
Besucher erwartet ein ungewöhnlicher Filmabend über Fernweh, Rebellion, Liebe und Zugehörigkeit. Spaziergang nach Syrakus erzählt von einem Mann, der die DDR verlassen musste, um zu erfahren, wo sein Zuhause liegt. Wer Kino als kulturelles Bühnenerlebnis, als historische Reflexion und als sinnliche Reise begreift, erlebt im filmforum Duisburg einen besonderen Nachmittag.
Offizielle Kanäle von filmforum Duisburg:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: kein offizielles Profil gefunden










