NAZA im filmforum Duisburg: Dokumentarfilm über die Mechanik des Tötens


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NAZA: Wenn Krieg zum Bürojob wird
Am Dienstag, den 10. November 2026, zeigt das filmforum Duisburg den preisgekrönten Dokumentarfilm NAZA von Yuval Abraham und Rachel Szor. Die investigative Inszenierung des realen Geschehens führt in die verborgenen Strukturen technologisierter Kriegsführung und stellt eine verstörende Frage: Was geschieht, wenn das Töten in Daten, Zielmarkierungen und Arbeitsabläufe übersetzt wird?
Eine Dokumentation von beklemmender Klarheit
Im Zentrum stehen 24 Mitglieder der israelischen Streitkräfte, die von ihren Einsätzen berichten. Ihre Aussagen erscheinen nicht als klassisches Interviewpanorama, sondern als fragmentierte Zeugnisse eines Systems, in dem Drohnen, künstliche Intelligenz und militärische Datenanalyse über Leben und Tod entscheiden. Die Gesprächspartner bleiben als Silhouetten sichtbar. Gerade diese visuelle Reduktion verstärkt die Spannung zwischen anonymisierter Aussage und konkreter moralischer Verantwortung.
Dramaturgie zwischen Recherche und Anklage
Yuval Abraham und Rachel Szor, die für No Other Land mit einem Oscar ausgezeichnet wurden, verbinden investigative Recherche mit einer präzisen filmischen Dramaturgie. Der Film untersucht den Begriff NAZA als militärische Kennzahl für die erwartete Zahl ziviler Opfer eines Angriffs. Bis zu einem bestimmten Wert seien nach den Aussagen der Interviewten keine weiteren Genehmigungen erforderlich gewesen. So verwandelt sich eine scheinbar technische Sprache in ein erschütterndes Dokument über Entmenschlichung.
Ein Bühnenerlebnis im Kinosaal
Obwohl NAZA als Dokumentarfilm auf die Leinwand kommt, entwickelt die Aufführung eine theatralische Sogwirkung. Dunkelheit, Stimmen, Silhouetten und die konzentrierte Akustik des Kinosaals erzeugen eine Theateratmosphäre, in der jedes Wort Gewicht erhält. Das Bühnenbild besteht aus dem Raum selbst: Leinwand, Schatten und die gespannte Stille des Publikums. Die Publikumsreaktion dürfte zwischen Betroffenheit, Widerspruch und angeregter Diskussion oszillieren.
Ausgezeichnet in Venedig
Beim Filmfest in Venedig erhielt die investigative Dokumentation den Sonderpreis der Jury. Die Auszeichnung unterstreicht die internationale Bedeutung einer Arbeit, die nicht nur politische Kontroversen auslöst, sondern auch die Möglichkeiten dokumentarischer Schauspielkunst, Regie und Bildgestaltung neu vermisst. NAZA gehört damit zu den unbequemsten und wichtigsten Dokumentarfilmen des Jahres 2026.
Vorstellung im filmforum Duisburg
Das filmforum zeigt NAZA in der Originalversion mit deutschen Untertiteln. Die Vorstellung beginnt um 20:30 Uhr und dauert etwa 80 Minuten. Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben. Der reguläre Eintritt am Dienstag beträgt 9,90 Euro, ermäßigte Tickets kosten 8,50 Euro. Die Kinokasse öffnet grundsätzlich 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Parkplätze in der Umgebung des filmforums stehen ab 20:00 Uhr gebührenfrei zur Verfügung.
Fazit: Ein Film, der den Blick verändert
NAZA bietet kein bequemes Kinoerlebnis, sondern eine konzentrierte Begegnung mit den politischen, technischen und moralischen Abgründen moderner Kriegsführung. Wer dokumentarische Bühnenkunst, investigative Recherche und gesellschaftlich relevante Filmkultur live erleben möchte, findet im filmforum Duisburg einen Abend von großer Dringlichkeit. Sichern Sie sich Ihr Ticket und diskutieren Sie mit über die Verantwortung hinter den Bildern.
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