Im Spiegel meiner Mutter im filmforum Duisburg: Intensives Kino über Erinnerung und Identität


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Ein leiser, unheimlich intensiver Abend im filmforum Duisburg
Mit Im Spiegel meiner Mutter kommt am 2. September 2026 ein psychologisch dichtes Werk ins filmforum Duisburg, das Mutter-Tochter-Konflikte, Erinnerung und weibliche Selbstbefragung in eine eindringliche Kinotextur verwandelt. Der Film von Jutta Brückner knüpft an ihre frühere Ursula-Scheuner-Trilogie an und führt deren Themen mit großer Ruhe, präziser Bildsprache und spürbarer dramaturgischer Konsequenz weiter.
Zwischen Traum, Trauma und Gegenwart
Im Zentrum steht Ursula Scheuner, gespielt von Corinna Harfouch, deren Leben nach dem Tod der dementen Mutter aus dem Gleichgewicht gerät. Die junge Assistentin Mel, verkörpert von Carla Juri, wird zur Projektionsfläche eines inneren Konflikts, der sich nicht laut erklärt, sondern in Blicken, Räumen und Erinnerungsfetzen entfaltet. Diese Inszenierung setzt weniger auf Effekte als auf atmosphärische Verdichtung: ein kühles, kontrolliertes Bühnenerlebnis des Kinos, getragen von subtiler Schauspielkunst und einer Bilddramaturgie, die zwischen Realität und Fantasmagorie flimmert.
Die Kraft der stillen Konfrontation
Was diesen Abend besonders macht, ist die Genauigkeit der Beobachtung. Die Regie arbeitet mit symbolisch aufgeladenen Motiven, mit Spiegeln, archäologischen Räumen und einem Gefühl von innerer Baustelle. Daraus entsteht eine Theateratmosphäre des Sehens und Verstehens, obwohl hier auf der Leinwand erzählt wird: ein konzentriertes Spiel aus Nähe und Distanz, aus Familiengeschichte und Selbstentwurf. Die Publikumsreaktion dürfte gerade in Duisburg stark ausfallen, weil der Film nicht erklärt, sondern nachhallen lässt.
Ein Werk mit filmischer Autorität
Jutta Brückner gilt als prägende Stimme des feministischen Kinos in Deutschland. Mit Im Spiegel meiner Mutter setzt sie ihre Auseinandersetzung mit Mutter-Tochter-Beziehungen fort und verbindet persönliche Erinnerung mit kulturgeschichtlicher Perspektive. Genau darin liegt die Autorität dieses Werks: Es wirkt intim und zugleich beispielhaft, geschlossen und doch offen für Deutungen. Wer sich für anspruchsvolle Gegenwartskunst, psychologisches Drama und präzise Inszenierung interessiert, erlebt hier einen Abend mit langer Nachwirkung.
Fazit
Im Spiegel meiner Mutter verspricht einen stillen, aber intensiven Kinotermin voller seelischer Spannung, starker Darstellerinnen und kluger Bilder. Im filmforum Duisburg entfaltet dieser Film seine ganze Wirkung besonders eindrucksvoll. Ein Besuch lohnt sich für alle, die tiefes, anspruchsvolles Erzählkino live erleben möchten.
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