Im Spiegel meiner Mutter im filmforum: Starke Kinokunst berührt Duisburg


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Ein stilles, starkes Kammerspiel über Erinnerung, Herkunft und weibliche Selbstbehauptung
Mit Im Spiegel meiner Mutter zeigt das filmforum Duisburg ein intensives Bühnenerlebnis auf der Leinwand, das psychologische Spannung und poetische Bildsprache miteinander verschränkt. Im Zentrum steht Mel, gespielt von Carla Juri, deren Auftreten den Blick auf eine zerrissene Mutter-Tochter-Beziehung öffnet und die Geschichte mit neuer Energie auflädt.
Wenn Erinnerungen zu Szenen werden
Jutta Brückner erzählt nicht laut, sondern präzise: in Blicken, Brüchen und leisen Verschiebungen. Der Film entwickelt seine Kraft aus der Dramaturgie des Unausgesprochenen. Was lange unter der Oberfläche liegt, tritt in Momenten hervor, die wie scharf gesetzte Lichtkegel auf einer dunklen Bühne wirken. Die Mutterfigur, verkörpert von Corinna Harfouch, gibt dem Stoff eine eindringliche Gravität, während die junge Mel als Gegenpol zugleich Reibung und Hoffnung stiftet.
Atmosphäre zwischen Psychodrama und Erinnerungstheater
Die Inszenierung lebt von der Verdichtung: Spiegel, Schatten, archäologische Räume und familiäre Leerstellen greifen ineinander. Diese Bildsprache verleiht der Aufführung eine eigenwillige Theateratmosphäre, obwohl sie im Kino stattfindet. Die Akustik, das ruhige Tempo und die sorgfältig komponierten Szenen fördern eine konzentrierte Publikumsreaktion: kein beiläufiges Schauen, sondern ein aufmerksames Mitgehen mit jeder seelischen Bewegung.
Schauspielkunst mit feiner Spannung
Carla Juri setzt ihrer Figur eine direkte, moderne Präsenz entgegen, die in den Quellen als bewusst gesetzter Kontrapunkt beschrieben wird. Corinna Harfouch trägt die innere Last der Mutter mit spröder Würde. Gemeinsam entsteht eine Konstellation, die weniger auf Effekte als auf Wahrhaftigkeit zielt. Gerade darin liegt die Autorität dieses Abends: in der Genauigkeit des Spiels, in der klugen Regie und in der klaren dramaturgischen Linie.
Das filmforum als passender Ort
Das filmforum am Dellplatz ist für solche Arbeiten ein idealer Rahmen. Als kommunales Kino mit historischer Aura und moderner Technik bietet es die passende Umgebung für ein dichtes, anspruchsvolles Werk. Die besondere Theater- und Kinokultur des Hauses, die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit schaffen beste Bedingungen für einen Abend, an dem Inhalt und Ort miteinander korrespondieren.
Fazit: Wer intensive Schauspielkunst, psychologische Tiefe und ein fein beobachtetes Mutter-Tochter-Drama sucht, sollte sich diesen Termin vormerken. Im Spiegel meiner Mutter verspricht einen stillen, aber nachhaltigen Abend, der lange nachwirkt und live erlebt werden will.
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