Everytime im filmforum Duisburg: Bewegendes Kino über Verlust und Erinnerung


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Everytime im filmforum Duisburg: Ein intensives Kinoerlebnis über Verlust, Bilder und Erinnerung
Mit Everytime zeigt das filmforum Duisburg am 9. August 2026 ein visuell herausragendes Drama von Sandra Wollner, das sich mit großer Sensibilität einem schmerzhaften Abschied nähert. Der Film entfaltet eine dichte Theateratmosphäre des Sehens und Erinnerns: Bilder werden zu Trägern von Gefühl, Räume zu Resonanzflächen innerer Bewegungen.
Zwischen rotem Morgenlicht und stiller Wucht
Schon der Auftakt setzt ein starkes Zeichen: Berlin liegt im roten Licht der Morgensonne, Jessie steht nach einer durchtanzten Nacht auf dem Dach eines Hochhauses, dann folgt der Sturz in die Tiefe. Aus diesem Bild wächst ein Film über den Verlust, der nicht auf Effekt setzt, sondern auf Nachhall. Sandra Wollner entwickelt ihre Inszenierung aus der Spannung zwischen äußerer Bewegung und innerer Starre. Das verleiht dem Bühnenerlebnis des Kinos eine fast körperliche Präsenz.
Dramaturgie der Erinnerung
Ein Jahr später haben sich Jessies Mutter Ela, die Schwester Melli und Freund Lux in einem Alltag eingerichtet, der vom Fehlen bestimmt ist. Besuche am Grab, kleine Routinen, Versuche des Verstehens: Die Dramaturgie arbeitet mit Schichten von Erinnerung, Nähe und Sprachlosigkeit. Gerade darin liegt die Stärke dieses Films. Er beobachtet präzise, wie Trauer sich in Gesten, Blicken und gemeinsamen Reisen verdichtet.
Regie, Bildsprache und Schauspielkunst
Sandra Wollner, in Österreich geboren und in Berlin lebend, vertraut auf die Macht der Bilder. Handybilder, Drohnenperspektiven und Visionen aus der Welt des Computerspiels Mind Games verschränken sich zu einer Gegenwart, die gleichzeitig real und entrückt wirkt. Kameramann Gregory Oke formt daraus eine Bildsprache von großer Klarheit. Die Schauspielkunst von Birgit Minichmayr, Lotte Shirin Keiling, Tristan López und Carla Hüttermann trägt diese zarte, schmerzhafte Partitur mit großer Präsenz.
Ein Film mit internationalem Echo
Dass Everytime in Cannes in der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet wurde, unterstreicht die Autorität dieses Werks im zeitgenössischen Arthouse-Kino. Die Reaktionen der Fachpresse heben besonders die formale Präzision und die emotionale Strenge hervor. Genau daraus entsteht jene Spannung, die das Publikum lange begleitet: ein stilles, zugleich eindringliches Nachbeben, das weit über den Abspann hinaus wirkt.
Warum sich der Abend lohnt
Everytime ist kein lauter Film, sondern ein konzentriertes Erlebnis für Zuschauerinnen und Zuschauer, die Kino als Kunstform ernst nehmen. Wer sich auf diese Aufführung einlässt, erlebt ein fein austariertes Drama über Verlust, Bilder und die fragile Kraft des Erinnerns. Ein Besuch im filmforum Duisburg verspricht einen Abend von hoher emotionaler Dichte, getragen von starker Regie und einer Atmosphäre, die lange nachwirkt.
Ein intensiver Filmabend erwartet das Publikum im filmforum Duisburg. Wer starke Bilder, kluge Dramaturgie und berührende Schauspielkunst schätzt, sollte diese Aufführung live erleben.
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