Staatsschutz im filmforum Duisburg: Ein Justizthriller trifft den Nerv der Gegenwart


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Staatsschutz im filmforum Duisburg: Ein Justizthriller mit politischer Sprengkraft
Wenn sich Staatsanwältin Seyo Kim ins Lenkrad krallt und ihre Fassung verliert, verwandelt sich der Kinosaal in einen Resonanzraum für Wut, Angst und unbeugsame Entschlossenheit. Faraz Shariats Spielfilm Staatsschutz führt am 12. November 2026 im filmforum Duisburg mitten in einen bedrückenden Konflikt zwischen persönlicher Verletzung, rechter Gewalt und institutioneller Verantwortung.
Eine Ermittlerin gegen die blinden Flecken des Systems
Seyo Kim, gespielt von Chen Emilie Yan, arbeitet als junge deutsch-koreanische Staatsanwältin gegen rechtsextreme Gewalt im Osten Deutschlands. Als sie selbst einen rassistisch motivierten Anschlag überlebt, beginnt sie entgegen den Anweisungen ihrer Vorgesetzten auf eigene Faust zu ermitteln. Verstaubte Akten, längst abgeschlossene Verfahren und scheinbare Einzelfälle fügen sich dabei zu einem verstörenden Bild.
Die Dramaturgie verbindet Justizdrama und politisches Spannungskino. Aus der Ermittlerin wird eine Betroffene, aus der Betroffenen eine unbequeme Anklägerin. Der Film fragt mit großer Konsequenz, wie belastbar staatliche Institutionen handeln, wenn rassistische Gewalt nicht länger abstrakt bleibt, sondern die eigene Person trifft.
Nüchterne Inszenierung, spürbare Bedrohung
Faraz Shariat setzt auf eine präzise, realitätsnahe Regie. Gerichtsräume, Behördenflure und Aktenarchive erscheinen nicht als neutrale Kulissen, sondern als Bühnen eines Machtkampfs. Die sachlichen Dialoge und juristischen Konfrontationen erzeugen eine spröde, beinahe quasidokumentarische Atmosphäre, während die Bedrohung immer näher an Seyo heranrückt.
Chen Emilie Yan trägt die Inszenierung mit einer kontrollierten Schauspielkunst, die ihre Wirkung aus den Brüchen bezieht. Hinter der professionellen Haltung der Staatsanwältin liegen Erschöpfung, Zorn und die Angst vor einem System, das seine eigene Objektivität behauptet. Julia Jentsch und Alev Irmak ergänzen das Ensemble mit markanten Figuren, die Seyo zwischen institutioneller Loyalität und persönlicher Solidarität begegnen.
Ein Film zwischen Wut und Widerstand
Staatsschutz entstand auf Grundlage intensiver Recherchen zum deutschen Justizsystem und zum Umgang mit rechtsextremer Gewalt. Die Produktion feierte ihre Premiere in der Panorama-Sektion der Berlinale 2026 und gewann dort den Publikumspreis. Auch die Verbindung aus politischer Analyse und Spannungskino prägt das Bühnenerlebnis im übertragenen Sinn: Der Kinosaal wird zum dunklen Verhandlungsraum, in dem jede Aussage Gewicht erhält.
Der Film erhielt eine Altersfreigabe ab 12 Jahren und dauert rund 114 Minuten. Die Aufführung im filmforum beginnt um 20:15 Uhr. Das Kino zeigt den Film als intensive, gesellschaftlich relevante Abendveranstaltung für alle, die deutsche Gegenwart, politische Filmkunst und starke Schauspielkunst miteinander erleben möchten.
Fazit: Ein notwendiger Kinobesuch
Staatsschutz verspricht kein bequemes Unterhaltungskino, sondern ein eindringliches Justizdrama mit politischer Schärfe. Das Publikum erwartet eine konzentrierte Inszenierung, eine starke Hauptdarstellerin und eine Geschichte, die noch lange nach dem Abspann weiterarbeitet. Wer Kino als Ort der Auseinandersetzung versteht, erlebt im filmforum Duisburg einen Abend voller Spannung, Nachhall und unbequemer Fragen.
Offizielle Kanäle von Faraz Shariat und dem Film Staatsschutz:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.staatsschutz-film.de/de










