Viermal ICH im Theater Duisburg: Maria Lazars Stoff trifft das Publikum mitten ins Herz


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Vier Frauen, ein Ich: Maria Lazars Roman erwacht im Theater Duisburg zu neuem Leben
Im FOYER III des Theater Duisburg trifft literarische Wiederentdeckung auf präzise Bühnengestaltung. Viermal ICH führt mitten hinein in die seelischen Erschütterungen, das Aufbegehren und die Selbstsuche vier junger Frauen. Die Inszenierung nach Maria Lazar verdichtet den Stoff zu einem konzentrierten Bühnenerlebnis, das Sprache, Körper und Blickachsen in einen intensiven Dialog bringt.
Ein Roman, der lange verschollen schien
Maria Lazar, jüdische Schriftstellerin im Exil, schrieb ihren Roman Ende der 1920er Jahre in Wien. Das Theater Duisburg beschreibt das Werk als überraschend modern und als Dialog über Geschlechtergerechtigkeit, Identitätssuche, körperliche Entfremdung und den Platz in der Gesellschaft. Gerade diese Themen verleihen der Produktion ihre heutige Wucht: Die Figuren ringen nicht nur miteinander, sondern auch mit den Zuschreibungen einer Welt, die weibliches Leben begrenzt.
Dramaturgie mit innerem Druck
Die Vorlage entfaltet sich als psychologisch versierter Roman mit Bewusstseinsstrom, filmischer Schnitttechnik und einer starken Innenperspektive. In der Bühne wird daraus ein konzentriertes Schauspiel, das weniger auf große Handlung als auf emotionale Spannung setzt. Die Regie von Ariane Kareev nutzt diese Verdichtung für eine klare, intime Theateratmosphäre, in der jedes Wort Gewicht bekommt und jede Bewegung Bedeutung erhält.
FOYER III: Nähe statt Distanz
Der Spielort FOYER III ist wie geschaffen für diese Produktion. Das Studio des Theater Duisburg bietet 99 Plätze und erlaubt eine unmittelbare Nähe zum Geschehen. Die reduzierte Raumgröße schärft die Publikumsreaktion: Gesichter, Atem, Pausen und Blicke werden lesbar. So entsteht jene besondere Theateratmosphäre, in der Schauspielkunst nicht nur gesehen, sondern körperlich gespürt wird.
Bühnenbild, Kostüme und Sinnlichkeit
Die Duisburger Inszenierung setzt auf eine feinsinnige visuelle Handschrift. Bühne und Kostüme von Maria Walter und Ariella Karatolou geben dem Stoff einen ästhetischen Rahmen, der die innere Zerrissenheit der Figuren sichtbar macht. Gerade in der Reduktion liegt die Kraft: Lichtstimmung, Körperführung und Textpräsenz formen ein Kammerspiel mit Nachhall.
Maria Lazar heute: literarische Wiederentdeckung mit Gegenwartsdruck
Fachkritische Stimmen heben hervor, dass Viermal ICH nicht nur ein Roman über vier miteinander verflochtene Mädchen ist, sondern auch ein Werk mit Sozial-, Kultur- und Alltagsgeschichte. Die wiederkehrenden Motive von Spiegelung, Fremdheit und Selbstentwurf öffnen einen weiten Resonanzraum. Wer sich für literarische Adaptionen, psychologisches Schauspiel und zeitgenössische Inszenierung interessiert, erlebt hier einen Abend mit Substanz und Haltung.
Am 11. Juni 2026 bietet Viermal ICH im Theater Duisburg einen konzentrierten, anspruchsvollen Theaterabend, der Intimität und gedankliche Tiefe verbindet. Wer die Wiederentdeckung Maria Lazars live erleben will, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen.
Offizielle Kanäle von Theater Duisburg:
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