Im Spiegel meiner Mutter im filmforum: Intensives Kinodrama in Duisburg


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Ein vielschichtiges Kinodrama über Erinnerung, Verlust und die Macht der Bilder
Im Spiegel meiner Mutter führt im filmforum Duisburg in eine erzählerische Zwischenwelt, in der Trauer, Familiengeheimnisse und wissenschaftliche Neugier ineinander greifen. Jutta Brückner kehrt nach fast 20 Jahren mit einem ersten Kinofilm zurück und verdichtet darin eine Mutter-Tochter-Geschichte zu einem dichten Psychogramm voller Symbolkraft.
Zwischen Moor, Erinnerung und innerem Beben
Der Film folgt der Archäologin Ursula Scheuner, deren Leben aus dem Gleichgewicht gerät, als sie im Moor auf eine Moormumie stößt und zugleich den Tod ihrer Mutter verarbeiten muss. Was wie ein realistischer Plot beginnt, öffnet sich zu einer fein schwebenden, symbolisch aufgeladenen Erzählung. Spiegel, Wasser, Schichten von Vergangenheit und Gegenwart: Alles wirkt wie eine Bühne für verdrängte Gefühle und unausgesprochene Konflikte.
Jutta Brückners Inszenierung zwischen Realismus und Traumlogik
Brückner erzählt nicht geradlinig, sondern in Bruchstücken, Zeitsprüngen und atmosphärischen Verschiebungen. Die Dramaturgie setzt auf das Unruhige, auf Assoziationen und auf jene Momente, in denen sich Körper und Erinnerung gegenseitig belauern. Kritiken heben genau diese inszenatorische Lust hervor: Die Bilder bleiben offen, die Seelenlagen entziehen sich der Eindeutigkeit, und gerade daraus wächst die Spannung dieses Bühnen- und Kinogefühls zugleich.
Schauspielkunst mit kontrollierter Intensität
Corinna Harfouch, Carla Juri und Hildegard Schmahl tragen das Werk mit einer Präsenz, die jede Szene auflädt. Besonders die Beziehung zwischen Ursula und ihrer Assistentin Mel verspricht Reibung, Nähe und einen stetigen Blickwechsel zwischen Wissen und Geheimnis. Daraus entsteht ein Bühnenerlebnis im Kopf: fein akzentuiert, psychologisch präzise und getragen von einer Theateratmosphäre, die sich in die Stille hinein entfaltet.
Im filmforum Duisburg: ein besonderer Ort für große Gefühle
Das filmforum gilt als traditionsreicher Kinostandort mit besonderem Flair. Die Lage am Dellplatz, die gute Erreichbarkeit und die Nähe zur Duisburger Innenstadt machen den Abend unkompliziert planbar. Der Spielort verstärkt das Erlebnis eines Films, der nicht auf bloße Effekte setzt, sondern auf Resonanz, Nachhall und eine intensive Publikumsreaktion.
Fazit: Ein Abend für Liebhaber kluger, sinnlicher Kinokunst
Im Spiegel meiner Mutter verspricht ein eindringliches, kunstvoll verdichtetes Filmerlebnis über Schuld, Herkunft und die Fragilität familiärer Bindungen. Wer psychologisch ausgeleuchtete Kinoerzählungen mit poetischer Bildsprache schätzt, sollte diesen Termin in Duisburg nicht verpassen.
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