Im Spiegel meiner Mutter im filmforum: Starkes Kinodrama in Duisburg


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Ein stilles Kinodrama über Erinnerung, Schuld und die Macht der Mutter-Tochter-Beziehung
Im Spiegel meiner Mutter bringt am 28. August 2026 im filmforum Duisburg einen jener Abende auf die Leinwand, die lange nachhallen. Jutta Brückner verdichtet in ihrem neuen Werk ein psychologisch aufgeladenes Familiengeflecht zu einem feinsinnigen, intensiven Bühnenerlebnis des Kinos: geprägt von Verlust, verdrängter Vergangenheit und einer Begegnung, die alles verschiebt.
Zwischen Archäologie und Seelenforschung
Im Zentrum steht Ursula Scheuner, gespielt von Corinna Harfouch, eine Archäologin, die nach dem Tod ihrer Mutter nicht nur in der Erde, sondern auch in der eigenen Familiengeschichte gräbt. Die junge Mel, verkörpert von Carla Juri, tritt als Assistentin auf und bringt eine unruhige Gegenwart in dieses fragile Beziehungsgeflecht. Aus dieser Konstellation entsteht eine Inszenierung, die weniger laut erzählt als vielmehr scharf beobachtet: ein Drama, das mit Symbolen, Spiegeln und Geheimnissen arbeitet.
Eine Bildsprache voller Spannung und Melancholie
Die Kritik hebt die Mischung aus Psychodrama, Wissenschaftskrimi und Mystery hervor. Genau darin liegt die Kraft dieses Films: Er entfaltet seine Dramaturgie nicht über Effekte, sondern über Atmosphäre, Blickachsen und feine Verschiebungen im Spiel der Darstellerinnen. Die Bilder bleiben unheimlich und poetisch zugleich, die Theateratmosphäre des Kinos wird durch das konzentrierte Spiel und die dichte Lichtstimmung fast körperlich spürbar. Wer präzise Schauspielkunst und psychologische Tiefenschärfe schätzt, findet hier ein außergewöhnliches Bühnenerlebnis auf der Leinwand.
Jutta Brückner und die Trilogie der Mutter-Tochter-Konflikte
Mit Im Spiegel meiner Mutter schließt Jutta Brückner nach vielen Jahren an ihre frühere filmische Auseinandersetzung mit weiblicher Identität, Erinnerung und gesellschaftlicher Prägung an. Der Film greift Themen auf, die bereits in Hungerjahre und Hitlerkantate angelegt waren, und führt sie in eine neue, reife Form. Die Regie setzt auf innere Spannung statt auf vordergründige Zuspitzung. Gerade deshalb entwickelt die Aufführung eine besondere Autorität: Sie vertraut ihren Figuren, ihren Pausen und den Abgründen zwischen ihnen.
Das filmforum Duisburg als passender Ort für große Kinokunst
Das filmforum Duisburg gilt als erstes kommunales Kino Deutschlands und steht seit Jahrzehnten für anspruchsvolle Filmkultur. Die Lage am Dellplatz, die gute Erreichbarkeit und die traditionsreiche Theateratmosphäre des Hauses machen den Besuch zusätzlich reizvoll. Für diesen Abend spricht alles für konzentriertes Sehen und Hören: ein Platz im Saal, ein starkes Werk, ein Publikum, das sich auf leise, kluge Spannung einlässt.
Fazit: Im Spiegel meiner Mutter verspricht einen intensiven Kinoabend zwischen Familiengeheimnis, psychologischer Spannung und großer Schauspielkunst. Wer sinnliches Erzählen, starke Bilder und anspruchsvolle Regie erleben möchte, sollte diesen Termin in Duisburg nicht verpassen.
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