Manzini-Studien im Theater Duisburg: Ein kluges Spiel über Liebe und Orte

Event: Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien) in Theater Duisburg – Großes Haus, Opernplatz, 47051 Duisburg on 27. Februar 2027

Datum und Uhrzeit

27. Februar 2027 19:30 Uhr

Veranstaltungsort

Theater Duisburg
Neckarstraße 1, 47051 Duisburg, Germany

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Theater

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Ein Ort ist mehr als sein Preis: René Polleschs kluge Theaterreise in Duisburg

Am 27. Februar 2027 gastiert die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, im Theater Duisburg. Im Großen Haus entfaltet sich René Polleschs Schauspiel Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien) als eigenwilliges, sprachmächtiges und zugleich sinnliches Bühnenerlebnis.

Zwischen Couch, Vorbühne und Sommernachtstraum

Eine Schauspielerin betritt die Bühne und verwechselt die Vorbühne mit der Couch eines Psychiaters. Sie will von einem ganz schlimmen Sommernachtstraum erzählen – und öffnet damit einen Gedankenraum, in dem Liebe, Theater und innere Erschütterung ineinandergreifen. Shakespeare klingt an, doch Polleschs Dramaturgie führt nicht in eine geschlossene Handlung, sondern in ein bewegliches Geflecht aus Dialogsplittern, Reflexionen und überraschenden Wendungen.

Polleschs Theater der großen Fragen

René Polleschs Texte verbinden Leichtigkeit mit philosophischer Tiefe. Die Inszenierung kreist um erste und letzte Dinge, um Beziehungen, Wahrnehmung und die Frage, wie sich ein Ort überhaupt bestimmen lässt. Der Titel setzt dabei einen präzisen Kontrapunkt: Wo sonst Atmosphäre, Erinnerung und Zugehörigkeit zählen, steht plötzlich der Preis im Raum.

Die Regie des 2024 verstorbenen Theatermachers arbeitet mit der für Pollesch charakteristischen Mischung aus Entdramatisierung, Sprachwitz und gedanklicher Überforderung. Das Theater wird selbst zum Thema: Die Schauspielkunst zeigt nicht nur Figuren, sondern legt auch die Bedingungen des Spiels offen. So entsteht eine Inszenierung, die zugleich komisch, melancholisch, sinnlich und intellektuell herausfordernd wirkt.

Bühnenkunst mit Berliner Ensembleprofil

Auf der Bühne stehen Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen und Martin Wuttke. Das Bühnenbild stammt von Barbara Steiner, die Kostüme von Sabin Fleck. Ihre Gestaltung schafft einen offenen Spielraum, in dem sich Gedanken, Körper und Blicke ständig neu ordnen. Lichtstimmung, Akustik und die unmittelbare Präsenz des Ensembles verdichten die Theateratmosphäre zu einem konzentrierten Abend.

Die Produktion entstand ursprünglich am Schauspielhaus Zürich und wird in Duisburg als Gastspiel der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gezeigt. Polleschs Theaterarbeit steht damit zugleich in einer jüngeren Theatergeschichte, die klassische Formen nicht verwirft, sondern zerlegt, befragt und neu zusammensetzt.

Ein konzentriertes Bühnenerlebnis ohne Pause

Die Aufführung dauert etwa 1 Stunde und 40 Minuten und wird ohne Pause gespielt. Von 19:30 bis 21:10 Uhr bleibt das Publikum in einem ununterbrochenen Gedanken- und Spielstrom. Die Publikumsreaktion entsteht dabei weniger aus spektakulären Effekten als aus dem Wechsel von präziser Schauspielkunst, überraschendem Sprachwitz und Momenten stiller Irritation.

Fazit: Theater als Ort der Verwandlung

Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis verspricht kein bequemes Zurücklehnen, sondern ein waches, intensives Theatererlebnis. Wer René Polleschs besondere Regiehandschrift, starke Darstellerinnen und Darsteller sowie eine sprachlich funkelnde Auseinandersetzung mit Liebe, Theater und Zugehörigkeit erleben möchte, findet im Theater Duisburg einen außergewöhnlichen Abend.

Offizielle Kanäle von Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz:

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Quellen:

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