Heimsuchung im filmforum Duisburg: Ein Haus erzählt deutsche Geschichte


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Ein Haus, ein Jahrhundert, ein Echo der Geschichte
Der Satz Es soll für immer unser Zuhause sein öffnet einen Filmraum, in dem private Sehnsucht und deutsche Geschichte untrennbar miteinander verbunden sind. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, zeigt das filmforum Duisburg Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte nach dem gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck.
Das Haus als stiller Zeuge
Ein Grundstück an einem märkischen See bildet das Zentrum dieser weit gespannten Erzählung. Über Jahrzehnte wechseln die Bewohner, während das Haus als stille Konstante bestehen bleibt. Die Handlung führt von der Weimarer Republik über Nationalsozialismus und Krieg bis in die DDR und die Zeit der deutschen Wiedervereinigung. Aus wechselnden Lebensläufen entsteht ein eindringliches Panorama des 20. Jahrhunderts.
Zwischen Heimat, Verlust und Neubeginn
Die Dramaturgie verbindet historische Umbrüche mit persönlichen Schicksalen. Ein jüdischer Tuchfabrikant erwirbt in den 1930er Jahren ein Stück Land, muss seinen Besitz jedoch bald wieder verkaufen. Ein Architekt und seine Frau errichten ein modernes Haus, geraten nach dem Zweiten Weltkrieg in die Spannungen des DDR-Systems und fliehen in den Westen. Später wird das Anwesen zum Lebensort einer Schriftstellerin und ihrer Familie.
Volker Schlöndorffs filmische Inszenierung
Regisseur und Drehbuchautor Volker Schlöndorff überträgt Jenny Erpenbecks vielschichtigen Roman in eine bildstarke Kinoerzählung. Das Bühnenbild des Films entsteht aus Architektur, Landschaft und historischen Spuren: Räume werden zu Erinnerungsorten, Fenster zu Blickachsen in eine bewegte Vergangenheit. Axel Schneppats Kamera und Annette Focks Musik formen eine konzentrierte Theateratmosphäre auf der Kinoleinwand.
Schauspielkunst mit großer Besetzung
Martina Gedeck, Lars Eidinger, Susanne Wolff, Michael Maertens, Ulrich Matthes, Detlev Buck, Angela Winkler und Ludwig Trepte verkörpern Figuren, deren Hoffnungen und Verluste sich über Generationen hinweg spiegeln. Die Schauspielkunst macht sichtbar, wie politische Systeme in private Räume eindringen und wie schwer sich Zugehörigkeit bewahren lässt.
Ein Film zwischen Literatur und Zeitgeschichte
Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte verbindet Literaturverfilmung, Familiensaga und historisches Drama. Die Inszenierung betrachtet Geschichte nicht aus sicherer Distanz, sondern aus der Nähe eines Hauses, in dem Menschen leben, lieben, verdrängt werden und neu beginnen. Das filmische Bühnenerlebnis richtet den Blick auf die Frage, was ein Zuhause überdauern lässt, wenn sich die Welt ringsum verändert.
Fazit: Das Publikum erwartet ein eindringliches, 120-minütiges Kinoerlebnis über Heimat, Erinnerung und die Brüche deutscher Geschichte. Wer große Schauspielkunst, präzise Dramaturgie und eine bildstarke Literaturverfilmung schätzt, erlebt im filmforum Duisburg einen Film, der lange nach dem Abspann weiterwirkt.
Offizielle Kanäle von Volker Schlöndorff und der Produktion:
- Website: filmforum Duisburg
- Produktion: Ziegler Film
- Verleih: STUDIOCANAL










