BREL bei der Ruhrtriennale: Tanz und Chanson erobern Duisburg


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Wenn Jacques Brel tanzt: Die Ruhrtriennale verwandelt die Gießhalle in ein vibrierendes Chanson-Bühnenbild
Mit BREL bringt die Ruhrtriennale 2026 einen Abend nach Duisburg, der Tanz und Chanson in eine ebenso körperliche wie poetische Spannung führt. In der Gießhalle im Landschaftspark Duisburg-Nord entsteht ein Bühnenerlebnis, das Jacques Brels Lieder nicht illustriert, sondern neu befragt: als Bewegung, als Erinnerung, als Stimme zwischen zarter Melancholie und gesellschaftlicher Reibung. Die Produktion ist die deutsche Erstaufführung und verbindet die Handschrift von Anne Teresa De Keersmaeker und Solal Mariotte mit dem kraftvollen Repertoire von Jacques Brel.
Ein Chanson-Kosmos voller Energie und Verletzlichkeit
Jacques Brels Werk gilt als prägende Kraft des Chanson-Genres. Seine Songs reichen von Liebesliedern bis zu scharfem Gesellschaftskommentar, und genau diese Spannweite trägt den Abend. De Keersmaeker, eine der prägenden Erneuerinnen des zeitgenössischen Tanzes, und der aus dem Breakdance kommende Solal Mariotte suchen nicht nach bloßer Nachahmung, sondern nach einer lebendigen Verkörperung. Das Ergebnis verspricht eine Inszenierung, in der Körper, Stimme und Rhythmus einander umkreisen wie zwei Figuren in einem alten, nie abgeschlossenen Dialog.
Industriekulisse als Resonanzraum
Die Gießhalle ist für solche Formate wie geschaffen: rau, weit, historisch aufgeladen. Zwischen Stahl, Hallenluft und konzentrierter Zuschauersituation gewinnt die Theateratmosphäre eine fast skulpturale Präsenz. Hier trifft eine präzise Choreografie auf den Nachhall eines Ortes, der selbst von Arbeit, Umbruch und Erinnerung erzählt. Gerade in dieser Umgebung entfaltet BREL seine besondere Spannung: intim im Ausdruck, groß im Raum, bewegend im Nachhall.
Dramaturgie zwischen Sehnsucht und Gesellschaftsblick
Die Stückanlage verspricht keine museale Hommage, sondern eine gegenwärtige Lesart. Brels Lieder werden als emotionale Partitur lesbar, in der Humor, Wucht und Zärtlichkeit nebeneinander stehen. Die Dramaturgie folgt damit einer Linie, die den Menschen nicht als Denkmal zeigt, sondern als fragilen, leidenschaftlichen Performer. Kostüme, Licht und Bewegung werden dabei zu Instrumenten einer Bühnenkunst, die nicht erklärt, sondern körperlich erfahrbar macht, warum Brel bis heute wirkt.
Warum dieser Abend so besonders ist
BREL verbindet Tanztheater, Musiktheater und Chanson zu einem Abend von großer Ausdruckskraft. Wer die Ruhrtriennale schätzt, erlebt hier eine Produktion, die künstlerische Autorität, starke Bühnenpräsenz und eine besondere Theateratmosphäre bündelt. Für Kulturinteressierte eröffnet sich ein Abend, der nicht nur unterhält, sondern das Nachdenken über Stimme, Erinnerung und Darstellung neu entfacht.
Fazit: BREL in der Gießhalle ist ein sinnliches, intelligentes und bewegendes Bühnenerlebnis. Wer zeitgenössischen Tanz mit musikalischer Tiefe und einer markanten Industriekulisse erleben will, sollte sich diesen Termin live sichern.
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