Lügen über meine Mutter: Bitterböse Tragikomödie im filmforum Duisburg


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Lügen über meine Mutter: Wenn der Familienalltag bitterböse Pointen schreibt
Was passiert, wenn eine Waage zum Familiengericht wird? In Aron Lehmanns Tragikomödie Lügen über meine Mutter gerät das Körpergewicht von Cornelia zum Dauerthema. Werner, ihr Ehemann, erklärt sich kurzerhand zum Experten für alles – besonders für Dinge, nach denen niemand gefragt hat. Am Dienstag, 13. Oktober 2026, zeigt das filmforum Duisburg den Film um 18:15 Uhr.
Zwischen Diätwahn und schwarzem Humor
Die Geschichte spielt in der westdeutschen Provinz der 1980er Jahre. Werner ist überzeugt, dass Cornelias Gewicht für seine beruflichen Rückschläge, den fehlenden sozialen Aufstieg und praktisch jedes ungelöste Problem verantwortlich ist. Seine Logik besitzt die Eleganz eines Einkaufswagens mit kaputtem Rad: laut, unbeholfen und stets in die falsche Richtung unterwegs.
Der Film verbindet gesellschaftliche Beobachtung mit tragikomischen Momenten. Pointen entstehen nicht aus klassischen Stand-up-Situationen, sondern aus dem absurden Timing des Familienalltags, aus Blicken, Pausen und Sätzen, die viel zu lange im Raum stehen. Das sorgt für eine besondere Comedy-Atmosphäre zwischen Lachen, Fremdscham und Nachdenken.
Rosalie Thomass und Golo Euler im Zentrum
Rosalie Thomass spielt Cornelia als eigenwillige und verletzliche Frau, die sich gegen die ständige Bewertung ihres Körpers behaupten muss. Golo Euler verkörpert Werner als Mann, dessen Kontrollwahn immer größere Kreise zieht. Elise Lindner spielt die sechsjährige Ela, die zwischen Mutter und Vater steht und zunehmend in die Vorstellungen ihres Vaters hineingezogen wird.
Regisseur Aron Lehmann erzählt die Geschichte aus der Perspektive einer Familie, in der sich Liebe, Abhängigkeit und Manipulation gefährlich vermischen. Die Publikumsreaktion dürfte dabei zwischen leisem Lachen und betretenem Schweigen pendeln – genau dort entfaltet die Tragikomödie ihre stärkste Wirkung.
Ein Kinofilm mit Nachhall
Lügen über meine Mutter ist kein harmloser Familienfilm, sondern eine präzise beobachtete Geschichte über Körperbilder, Macht und die erste große Liebe unseres Lebens: die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Die 106-minütige Vorstellung im filmforum bietet anspruchsvolles Kino mit schwarzem Humor, emotionaler Bühnen- beziehungsweise Leinwandpräsenz und Momenten, die auch nach dem Abspann weiterarbeiten.
Fazit: Komisch, unbequem und sehenswert
Wer Tragikomödien mit bissigem Humor, starken Darstellerinnen und Darstellern sowie gesellschaftlichem Tiefgang schätzt, erlebt im filmforum Duisburg einen Filmabend mit besonderem Lach-Erlebnis. Sichern Sie sich den Termin und entdecken Sie, wer in dieser Familie eigentlich wen belügt.
Offizielle Kanäle von Aron Lehmann:
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