Symbolbild mithilfe von KI erstellt
Sanierung der Parfümeriekette Pieper
Französische Investoren übernehmen Pieper – acht NRW-Filialen schließen
Die Parfümeriekette Pieper hat ihr Insolvenzverfahren nach eigener Darstellung erfolgreich abgeschlossen. Die Gläubiger stimmten dem Insolvenzplan zu – damit ist die Sanierung auf formaler Ebene beschlossen und der Weg für einen Eigentümerwechsel frei. Künftig soll die AIH Holding der französischen Unternehmerfamilie Konckier übernehmen. Für Nordrhein-Westfalen hat die Rettung dennoch spürbare Folgen: Acht Filialen wurden in diesem Jahr geschlossen.
Zentrale in Herne bleibt – Mehrheit der Standorte soll fortgeführt werden
Für Pieper ist die Zustimmung zum Insolvenzplan die zentrale Weichenstellung: Der Hauptsitz in Herne bleibt bestehen, eine Zerschlagung des Unternehmens ist damit abgewendet. Nach früheren Unternehmensangaben beschäftigte Pieper rund 770 Menschen. Bundesweit betreibt die Kette mehr als 100 Filialen, die meisten davon in NRW.
Im Rahmen der Sanierung soll der Betrieb in weiten Teilen weiterlaufen. Für den Standort Duisburg gibt es ebenfalls Entlastung: Er kann nach Angaben eines Unternehmenssprechers im Rahmen der nun gefundenen Lösung fortgeführt werden. Insgesamt soll der Großteil der Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Acht Schließungen in NRW – Rückbau statt vollständiger Neustart
Trotz der Übernahme ist der Kurs klar: Pieper setzt auf eine verschlankte Struktur.
Geschlossen wurden in Nordrhein-Westfalen:
- zwei Filialen in Oberhausen
- jeweils eine Filiale in Essen, Dinslaken, Hamm, Hattingen, Mönchengladbach und Viersen
Dass es am Ende acht statt der zwischenzeitlich im Raum stehenden höheren Zahl sind, ist auch Ausdruck einer Nachsteuerung innerhalb der Sanierung: In einer früheren Planung war noch von einer zusätzlichen Schließung die Rede – darunter der Standort Duisburg. Der bleibt nun erhalten, dennoch verlieren die betroffenen Städte jeweils einen Pieper-Standort. Für Beschäftigte an diesen Filialen ist das der härteste Teil der Rettung, auch wenn das Unternehmen betont, Personal nach Möglichkeit an anderen Standorten weiterzubeschäftigen.
Eigentümerfamilie zieht sich aus der operativen Führung zurück
Mit der geplanten Übernahme endet zugleich ein prägender Abschnitt der Unternehmensgeschichte. Pieper wurde 1931 in Bochum als Seifengeschäft gegründet und galt als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette.
Künftig soll die Unternehmerfamilie Konckier über ihre AIH Holding einsteigen; die bisherige Eigentümerfamilie Pieper zieht sich aus der operativen Geschäftsführung zurück. Der Eigentümerwechsel ist damit mehr als eine finanzielle Rettung: Für Pieper beginnt eine neue Phase unter anderem mit einem bereinigten Filialnetz. Die Stabilisierung der Zentrale in Herne und die Fortführung der Mehrheit der Standorte stehen dabei dem sichtbaren Rückbau in NRW gegenüber – eine Sanierung, die das Unternehmen erhält, aber nicht ohne Einschnitte auskommt.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- https://www1.wdr.de/nrw/ruhrgebiet/herne/pieper-uebersteht-insolvenz-100.html, 10.06.2026
- https://www.zeit.de/news/2026-06/09/parfuemeriekette-pieper-uebersteht-insolvenz
- https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/uebernahme-parfuemeriekette-pieper-uebersteht-insolvenz/100231738.html
- https://www.pieper.de/media/pdf/26/74/41/Historie_Parfumerie-Pieper.pdf

