Pokal-Endrunde in Berlin-Schöneberg
Kein Duisburger Derby im Pokalfinale: ASCD greift nach dem Titel
Ein Duisburger Endspiel im Pokal bleibt aus. Bei der Pokal-Endrunde in Berlin-Schöneberg – dem kompakten Finalturnier mit Halbfinals sowie Finale und Platzierungsspielen – schaffen es zwar beide Duisburger Wasserball-Teams unter die letzten vier, am Ende steht aber nur der ASC Duisburg im Finale. Der ASCD zieht mit einem klaren 19:7 gegen die White Sharks Hannover ein, während der Duisburger SV 98 nach dem 8:27 gegen Waspo 98 Hannover um Bronze spielt.
ASCD setzt früh den Ton und zieht klar ins Finale ein
Der ASC Duisburg gewinnt sein Halbfinale gegen die White Sharks Hannover mit 19:7 (5:1, 4:2, 5:2, 5:2) und nimmt die Partie von Beginn an in die Hand. Schon das erste Viertel (5:1) gibt die Richtung vor: Der ASCD steht stabil in der Defensive, kommt schnell in Umschaltsituationen und verwertet seine Chancen konsequent. Dass in allen vier Abschnitten mindestens vier Duisburger Treffer fallen, unterstreicht die Konstanz im Offensivspiel – Hannover findet weder Zugriff noch ein Mittel, um den Rhythmus zu brechen.
Vukasin Simic ist mit fünf Treffern der auffälligste Vollstrecker. Elias Metten steuert drei Tore bei, zudem treffen Gergelyfi, Lennox Metten, Nosnik und Seifert jeweils doppelt. Dolff, Ollila und Satter machen das Ergebnis komplett. Der deutliche Erfolg fällt sogar noch klarer aus als die beiden Liga-Begegnungen mit den White Sharks, die der ASCD mit 20:12 und 17:9 gewonnen hatte – ein Hinweis darauf, wie sauber Duisburg seine Favoritenrolle in einem K.-o.-Spiel umgesetzt hat.
Nach dem Schlusspfiff bringt Simic den Auftritt auf den Punkt: „Wir haben alles so gemacht, wie wir es machen wollten. Wir haben eine gute Verteidigung gespielt. Vorne haben wir die Dinger reingemacht.“ Und mit Blick auf das Endspiel: „Und zu morgen: Es ist ein Spiel. Unser Ziel ist es, das Ding zu holen.“
DSV 98 hält eine Halbzeit mit, dann zieht Waspo davon
Im zweiten Halbfinale unterliegt der DSV 98 dem amtierenden Triple-Gewinner Waspo 98 Hannover mit 8:27 (3:7, 3:4, 1:8, 1:8). Bis zur Pause bleibt die Partie aus Duisburger Sicht zumindest in dem Rahmen, der Widerstand ermöglicht: Über zwei Viertel hält der DSV 98 dagegen und findet offensiv wiederholt Lösungen, um im Spiel zu bleiben.
Nach der Pause kippt die Begegnung jedoch vollständig. Waspo setzt sich mit einem 8:0-Lauf ab und macht damit früh in der zweiten Hälfte alles klar. In solchen Phasen entscheidet sich häufig, wer das Zentrum kontrolliert und wer unter Dauerdruck Fehlerketten produziert – beim DSV 98 kommt erschwerend hinzu, dass Centerspieler Andrei Covaci fehlt. Gerade im Wasserball ist die Position am Center ein Fixpunkt: Sie kann Entlastung über Zweikämpfe, Ballbehauptung und Herausspielen von Überzahlsituationen bringen. Fällt diese Option weg, wird es deutlich schwerer, Ruhe in die Angriffe zu bekommen – und ebenso, die gegnerischen Läufe zu stoppen.
Für Duisburg treffen Reibel und Stefanovic jeweils doppelt, außerdem Hennig, Karasov, Schmidt und Tanaskovic. Das Ergebnis spiegelt am Ende den Klassenunterschied wider, der sich nach der Pause in Dominanz und Durchschlagskraft des Favoriten übersetzt.
Finaltag bringt Titelchance für den ASCD und Medaillenspiel für den DSV 98
Am Finaltag gehen sich die beiden Duisburger Nachbarn aus dem Weg: Der ASCD trifft am Samstag um 18 Uhr im Finale auf Waspo 98 Hannover. Der DSV 98 spielt bereits um 12 Uhr gegen die White Sharks Hannover um Platz drei.
Für den ASC ist das Endspiel die Chance auf den Titel – und der Halbfinalauftritt liefert dafür Rückenwind, weil er nicht nur von individueller Treffsicherheit, sondern vor allem von Struktur und Tempo geprägt war. Für den DSV 98 geht es im kleinen Finale um mehr als einen versöhnlichen Abschluss: Eine Platzierung unter den ersten drei würde dem Klub im Herren-Bereich die erste nationale Medaille seit mehr als drei Jahrzehnten bringen.
Dabei spricht aus Duisburger Sicht auch der Blick auf die Liga für eine realistische Chance: Gegen die White Sharks Hannover hatten die 98er beide Spiele gewonnen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die gute Phase aus dem Waspo-Spiel über mehr als zwei Viertel zu strecken – und sich gegen Hannovers Gegenstöße sowie physische Duelle so zu behaupten, dass das Spiel bis in die Schlussphase offen bleibt.

