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Folgen des Abstiegs im Verbandsfußball

Fortuna-Abstieg zieht Kreise: So hart trifft das Düsseldorf-Desaster den Niederrhein

Der Abstieg von Fortuna Düsseldorf entfaltet seine Wirkung weit über den Profifußball hinaus. Das 0:3 in Fürth am letzten Spieltag hat nicht nur die Tabelle der 2. Bundesliga entschieden, sondern löst am Niederrhein eine Kettenreaktion aus: Startplätze, Aufstiege und Abstiege verschieben sich über mehrere Ebenen hinweg – von der Regionalliga bis hinunter in die Kreisligen.

Fortuna Düsseldorf ist am letzten Spieltag gemeinsam mit Preußen Münster abgestiegen. Brisant: Kurz vor Schluss waren Eintracht Braunschweig, Greuther Fürth und Düsseldorf im Tabellenkeller nur durch das Torverhältnis getrennt. Ein spätes Tor irgendwo hätte die Reihenfolge noch drehen können – doch es fiel keines mehr. Mit der Niederlage in Fürth war der Abstieg besiegelt.

Der sportliche Einschnitt trifft damit nicht nur einen Traditionsverein. Er greift in ein System, das in den unteren Spielklassen stark von festen Staffelstärken und Durchreich-Effekten geprägt ist: Wenn oben ein zusätzlicher Absteiger anfällt, muss unten Platz geschaffen werden – und das passiert über klar geregelte Szenarien.

Der letzte Spieltag kippt das Szenario

Der 34. Spieltag brachte die Entscheidung bis in die Schlussphase hinein. Weil die direkte Konkurrenz im Tabellenkeller so eng beisammenlag, war die Ausgangslage außergewöhnlich volatil. Das Ergebnis aus Fürth setzte am Ende den Ausschlag – und damit begann die „Kaskade“ im Verbandsgebiet des Fußballverbandes Niederrhein (FVN): Je nachdem, wie viele Teams aus höheren Ligen in die Region zurückfallen oder nach oben verschwinden, ändern sich die Abstiegsquoten in den darunterliegenden Klassen.

Warum der Fortuna-Abstieg die Regionalliga und Oberliga verändert

Die erste unmittelbare Folge betrifft die zweite Mannschaft der Düsseldorfer. Durch den Abstieg der Profis in die 3. Liga verliert die Zweitvertretung ihren Platz in der vierten Liga und rutscht in die fünfte Ebene ab. In der Konsequenz bleibt der SC Wiedenbrück in der Regionalliga West.

Zusätzliche Dynamik kommt von weiteren sportlichen Entscheidungen in der Regionalliga: Die SSVg Velbert und der Wuppertaler SV steigen in die Oberliga ab. Damit steigt der Druck auf die Oberliga Niederrhein, weil mehr Mannschaften von oben in die Liga hineindrängen, als planmäßig Platz ist. Nach den FVN-Auf- und Abstiegsregelungen hängt die Zahl der Absteiger in der Oberliga von der konkreten Fallkonstellation ab; in dieser Lage bedeutet das: Es steigen vier Mannschaften ab. Sollte ein potenzieller Aufsteiger die Voraussetzungen für die Regionalliga nicht erfüllen oder auf den Aufstieg verzichten, könnte sich die Zahl sogar auf fünf erhöhen.

Die Folgen reichen bis in die Kreisliga A

Was in der Oberliga passiert, setzt sich in den Landesligen fort: Vier Absteiger aus der Oberliga bedeuten zehn Absteiger aus den beiden Landesliga-Staffeln. Damit entfällt auch ein sportlich oft brisanter Zwischenschritt: Relegationsspiele der jeweiligen Fünftletzten beider Gruppen sind in dieser Konstellation nicht vorgesehen, weil die Zahl der Absteiger bereits feststeht und die Staffelbereinigung über direkte Abstiege erfolgt.

Selbst in den Kreisen verändert sich dadurch die Statik. Nach dem Fünf-Jahres-Plan des FVN hatten in diesem Jahr die Kreise Grevenbroich/Neuss, Bocholt, Düsseldorf sowie Duisburg/Dinslaken/Mülheim auf einen zusätzlichen Aufsteiger gehofft. Durch die nun notwendige Zahl von zehn Landesliga-Absteigern bleibt diese zusätzliche Aufstiegschance jedoch nur noch für Grevenbroich/Neuss bestehen.

Die eigentliche Tragweite dieses letzten Spieltags liegt damit nicht allein im Absturz eines Zweitligisten. Ein einzelnes Ergebnis an der Spitze verschiebt am Niederrhein die Mechanik von Auf- und Abstieg über mehrere Ebenen hinweg – und entscheidet mit darüber, wer in der nächsten Saison Planungssicherheit hat und wer bis zuletzt um Klassenverbleib oder Aufstieg bangen muss. (Stand der Übersicht: 18. Mai.)

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